Fragwürdige Kost

…oder welchen Preis wir für die Globalisierung zahlen müssen!
Ich habe gestern eine mehrteilige Dokumentation vom 14.12.11 auf 3sat gesehen, die einen schönen/schrecklichen Rundumschlag bezüglich unserer Nahrungsmittel lieferte.
http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/159058/index.html
Lehnte man sich bei dem Bericht über geklonte Rinder in den USA noch mit einem Schauern zurück und sagte sich: Schrecklich, aber ist ja in Europa zum Glück nicht erlaubt. Lauschte man noch einem führenden Herrn der Lebensmittelindustrie, welcher geradezu beschwörend sagte, dass solches Fleisch hier immer nur gekennzeichnet auf den Markt käme (wenn überhaupt). So blieb einem die gefühlte Sicherheit im nächsten Augenblick quer im Hals stecken, als verlautet wurde, dass in südamerikanischen Zuchten seit Jahren mit Klonen gearbeitet wird und sich dort keiner um irgendeine Kennzeichnung kümmert. Mein geliebtes argentinisches Rindersteak – auf Wiedersehen!
Ja, ja, jammern auf hohem Niveau, aber es geht ja weiter.
In einem anderen Teil hört man von zunehmenden Importen von allem möglichen gefährlichen/vergammelten Lebensmitteln, die falsch deklariert vornehmlich aus aisiatischen Häfen kommend bei uns eingeschmuggelt werden sollen.
Hey wir haben ja Kontrolleure, Zoll und Veterinäre vor Ort – alles gut!
Nein, leider ist gar nichts gut: Von 1000 Containern kontrolliert der Zoll nur 6 mit Sichtung, den Rest über die Formulare, auf 600 Beriebe kommt ein Veterinär, der Stichproben vornimmt.
In Zeiten der bäuerlichen Landwirtschaft, wo auf dem Nachbarhof die Hausschlachtung statt fand und man sein eigenes Gemüse und Obst im Garten hatte, waren solche Probleme noch kein Thema. Selbstverständlich hat sich seit dieser Zeit viel verändert, sowohl bezüglich des Konsums, als auch beim Verbraucherschutz und man darf die Bedeutung von NGO´s wie foodwatch nicht zu wenig loben und hochschätzen.
Wie bei vielen anderen Dingen auf der Welt, wie z.B. Klima, Wirtschaft und Finanzen, kann man jedoch auch gerade bei den Lebensmitteln sehr gut erkennen, daß nur ein weltweites Zusammenarbeiten aller Länder zu einem guten Ergebnis (für die Verbraucher) führen kann.
Solange es einseitige Interessen der Erzeuger und Länder weltweit gibt den Verbraucher zu übervorteilen, zieht dieser den kürzeren.
Ein weiterer Aspekt in der Dokumentation, der mir bezüglich des Verbraucherschutzes sehr wichtig ist, ist die Transparenz. Dort wo der Konsument die Chance hat über Herstellung und Zusammensetzung informiert zu werden, wird er diese (meistens) auch nutzen.
Es ist eine Familie im Supermarkt zu sehen. Sie sollen die Zutaten für ein Abendessen zusammenstellen. Zu jedem Produkt, welches sie in den Einkaufswagen legten, wurde ihnen ein kurzer Filmbeitrag eingespielt. Die Hälfte der ausgewählten Produkte landete wieder im Regal.
Ich behaupte nicht, daß alle Menschen ihr Essverhalten aufgrund kritischer Informationen zum Produkt ändern würden, aber doch sicher ein großer Teil und hoffentlich so viele, dass die Meidung kritischer Produkte zu einem Umdenken bei der Lebensmittelindustrie führen könnte.
Beispielsweise wäre es doch interessant, wenn auf der Verpackung des Hähnchenbrustfilets stehen würde: Dieses Huhn hat 30 Tage gelebt, nie das Tageslicht gesehen und wurde mit Hilfe von Antibiotika fettgemästet!
Guten Appetit!

Advertisements

Guttenberg gegen Guttenberg?

Heute wird vermeldet, daß KT Guttenberg über EU-Umwege auf die politische Bühne zurückkehrt.
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/guttenberg-rueckkehr-auf-die-politische-buehne-in-der-eu-kommission_aid_692534.html
Das Thema, welches er sich für sein Comeback ausgesucht hat, lädt doch zumindestens zu einem Schmunzeln wenn nicht zu einem breiten Grinsen ein.
Ausgerechnet zur „Freiheit im Internet“ will KT eine Initiative starten.
Internet? War da nicht was mit einer gewissen Frau Guttenberg und einer unsäglichen Sendung, die „Tatort Internet“ heißt.
„Karl, denk doch an die armen Kinder!“ „Steffi, ein anderes Thema war nun mal nicht frei!“
Habe gerade Kopfkino wie sich das Paar in der heimischen Großküche gegenseitig die kupfernen Bratpfannen an den Kopf wirft.

 

Wenn es einen selbst betrifft

Eigentlich wollte ich etwas unbeschwerter anfangen zu bloggen.
Na ja nicht mit Schmetterlingen, Sonnenschein und kleinen Kaninchen, die über duftende Wiesen hoppeln, aber eher zu einem Thema, was mich bewegt ohne mich unmittelbar derart zu belasten.
Mein Vater hat vor drei Wochen einen Bypass in das rechte Bein gelegt bekommen. Ja, er hat vorher viel geraucht und ist nicht ganz unschuldig an der Sache, jedoch hatten wir gehofft, daß er jetzt – nach zwei schmerzvollen Jahren – wieder auf dem Weg der Besserung ist. Heute ist er wieder ins Krankenhaus gekommen – Bypass-Infektion – er mußte unterschreiben, daß sie ihm im Notfall bei der Operation das Bein abnehmen dürfen.
Jetzt warte ich auf Nachrichten und ich denke nach.
Ich denke nach über die zigtausend Toten durch Infektionen in deutschen Krankenhäusern jedes Jahr. Ich denke über die mangelnde Hygiene dort nach und über andere Länder, die diesbezüglich Lichtjahre weiter sind. Ich denke an resistente Bakterienstämme, gegen die es kein Mittel mehr gibt. Ich denke nach über verantwortungslose Hühnerzüchter, die Antibiotika zur Mast einsetzen und uns damit die nächsten Resistenzen hochzüchten und ich denke nach über eine Ministerin für Verbraucherschutz, die wie eine zahnloser alter Tiger mit gebrochenem Rückgrat keinerlei Mittel hat, um etwas zu verändern, die als ein besserer Pressesprecher gebetsmühlenartig wiederholt: „Das wird auf EU-Ebene entschieden.“ oder wahlweise „Das ist Ländersache.“
So viele Dinge sind zu tun!
Aber heute denke ich erst mal nur nach…..und warte auf Nachrichten von meinem Vater.
Nachtrag: Danke an alle, die Genesungswünsche geschickt haben. Die Operation war auf den letzten Drücker, ist aber gut verlaufen!

Hello world!

Welcome to WordPress.com. After you read this, you should delete and write your own post, with a new title above. Or hit Add New on the left (of the admin dashboard) to start a fresh post.

Here are some suggestions for your first post.

  1. You can find new ideas for what to blog about by reading the Daily Post.
  2. Add PressThis to your browser. It creates a new blog post for you about any interesting  page you read on the web.
  3. Make some changes to this page, and then hit preview on the right. You can always preview any post or edit it before you share it to the world.